Auseinandersetzung mit aktuellen innen- und außenpolitischen Themen


Das Christliche Jugenddorfwerk Deutschlands gemeinnütziger e.V. (CJD) ist ein anerkannter Träger der Bundeszentrale für politische Bildung.

Die politische Bildung zählt zu den vier Handlungskompetenzen zur Persönlichkeitsbildung des CJD.

 


Das Verständnis politischer Prozesse dient der Herausbildung demokratischen Bewusstseins und fördert demokratisches Handeln.  

Das CJD Schloss Oppurg beteiligt sich in vielfältiger Weise an der Ausprägung demokratischer Grundeinstellungen. In den verschiedensten Veranstaltungen erhalten junge Menschen und Erwachsene die Möglichkeit, sich mit aktuellen Fragen der Gesellschaftsentwicklung auseinander zu setzen und persönliche Ansätze zu engagiertem Handeln im gesellschaftspolitischen Bereich zu entwickeln.

Als anerkannter der Träger der Bundeszentrale für politische Bildung werden im CJD e.V. - CJD Schloss Oppurg jährlich eine Reihe von Veranstaltungen für Bürgerinnen und Bürger ab dem 16. Lebensjahr angeboten, die aktuelle politische Themen und gesellschaftliche Prozesse zum Inhalt haben.

Aktuelle Angebote zur politischen Bildung


Geplante Veranstaltungen sind im folgenden Text aufgeführt. Anmeldungen sind erwünscht und werden jederzeit gern entgegen genommen!

Anmeldungsmöglichkeiten:

  • schriftlich an CJD Schloss Oppurg, Schlossstraße 2, 07381 Oppurg
    oder  
    fax: 03647 / 432-102
    oder 
    cjd-schlossoppurg@cjd.de  
  • tel: 03647 / 432-238

 

 

 

"Alte Geschichte und neue Politik? Nationalsozialismus und SED-Regime: Deutsche Diktaturen im 20. Jahrhundert. Von den Möglichkeiten und Grenzen eines Vergleichs im Jahr 2016"

Zeitraum: 11.04.-13.04.2016

Lernziele und Veranstaltungskontext

“Wir sind das Volk“ – Ein Ruf der einerseits als historisches Motto an die Friedliche Revolution in der DDR erinnert und andererseits heute vielfach auf fremdenfeindlichen Demonstrationen von Pegida-Anhängern skandiert wird. Von einem Ruf der Freiheit zu einer Hassparole gegen die Aufnahme von Geflüchteten? Bundespräsident Gauck sieht als ehemaliger DDR-Bürgerrechtler diese Entwicklung besonders kritisch: Wenn dieser Ruf von Menschen verwendet wird, “die sich vielfach demokratischer Beteiligung verweigert hätten und nun diffuse Ängste äußerten“[1]

Wir möchten mit unserem Seminar die Gelegenheit nutzen, in der deutschen Geschichte zurückzublicken und herausfinden, wie die Diktaturerfahrungen im letzten Jahrhundert die deutsche Politik und Gesellschaft bis heute prägen.

In Deutschland ist der Vergleich der beiden Diktaturen des Nationalsozialismus und des SED-Regimes sowohl nahliegend wie auch umstritten. Die Erfahrungen mit dem “Dritten Reich“ und der DDR erfordern eine doppelte Vergangenheitsbewältigung mit jeweils eigenen pädagogisch-didaktischen Herangehensweisen. Kritiker eines Vergleichs weisen auf die Existenz wesentlicher Unterschiede beider politischen Systeme hin: So sind einerseits die Zulässigkeit eines Vergleichs von den entgegengesetzten ideologischen Prägungen eines rechts- bzw. linksgerichteten Regimes, aber auch der Vergleich von Struktur und den Verbrechen beider Diktaturen strittig. Die Philosophin Margherita von Bretano brachte diese Kritik zum Ende der DDR im Jahr 1991 auf den Punkt: „Der bloße Vergleich des Dritten Reiches mit der DDR ist eine […] Verharmlosung. Das Dritte Reich hinterließ Berge von Leichen. Die DDR hinterließ Berge von Karteikarten“.

Ein Vergleich beider Systeme im Rahmen des Seminars soll diese jedoch nur in eine Relation bringen und sie nicht relativieren. “Vergleichen“ bedeutet daher nicht “Gleichsetzten“. Zudem ist eine vergleichende Perspektive auf die beiden deutschen Diktaturen mehr als 25 Jahre nach dem Ende der DDR legitim und aus demokratietheoretischer Sicht angebracht. Der Vergleich der Diktaturen berührt im Kern die Grundfragen der Politik von Interesse, Macht, Konsens und Herrschaft. In unserem Seminar sollen so in den unterschiedlichen Teilbereichen Gemeinsamkeiten, Ähnlichkeiten und Unterschiede herausgearbeitet werden. Damit ist es möglich, den Blick für aktuelle demokratiegefährdende Ideen, Gedankensysteme und Entwicklung zu schärfen. Darüber hinaus wird den Teilnehmenden die Möglichkeit einer informierten und differenzierten Betrachtung der beiden deutschen Diktaturen gegeben.

Das Seminar richtet sich an Teilnehmende ohne eine schulische Vorbildung im Bereich Politik und Geschichte. Zum Einsatz kommen unterschiedliche Methoden der klassischen politischen Bildungsarbeit sowie neue mediengestützte Seminarformate. So u.a. Präsentationen, Textarbeiten der Teilnehmenden, Diskussionen, Kleingruppenarbeiten und alternative Wege, mit iPad-Tablets die deutsche Geschichte neu zu entdecken. Das Seminar schließt Ausflüge an Orte des politischen Zeitgeschehens mit ein.

Zielgruppe: alle Interessierten ab 16 Jahre


[1] Bundespräsident Joachim Gauck im Interview mit der Sächsischen Zeitung <http://www.sz-online.de/nachrichten/pegida-missbraucht-den-ruf-wir-sind-das-volk-3274376.html> am 11.12.2015.

 

 

"Vor den Toren Europas" Ein Planspiel zur Migrations-, Flüchtlings- und Asylpolitik der Europäischen Union

Zeitraum: 28.01.-29.01.2016

Lernziele und Veranstaltungskontext

Wie gehen wir mit Flüchtlingen um, die an den Grenzen der Europäischen Union zu uns stoßen? Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Migration, Flucht und Asyl und wie funktioniert die Europäische Union in diesem Politikbereich? Wie wünschen wir uns die Gestaltung unseres zukünftigen Europas? Beinahe täglich lenken die Medien dieser Tage mit neuen Bildern und Schlagzeilen unser Augenmerk auf Szenen humanitärer Tragödien, die sich an den Außengrenzen der Europäischen Union abspielen: Gekenterte Flüchtlingsboote vor Lampedusa oder der griechischen Insel Samos oder Cos, bei denen unzählige Menschen ihr Leben lassen, sind traurige Realität an den Toren der Europäischen Union geworden. Doch längst machen diese Tragödien nicht mehr nur an den EU-Außengrenzen halt. Sie haben auch das Landesinnere der Europäischen Union erreicht: Bilder von Flüchtlingsströmen an den Bahnhöfen von Budapest, Wien oder München prägen sich bei vielen von uns ein. Die Migrations- Flüchtlings- und Asylpolitik der Europäischen Union steht in nächster Zeit vor erheblichen Herausforderungen und sucht händeringend nach Lösungen. Denn in Anbetracht der zahlreichen weltweiten Krisenherde werden die Bewegungen nach Europa in absehbarer Zukunft nicht abreißen. Aber wie können und wie wollen wir damit umgehen: Soll man auf die verstärkten Zuströme mit verschärften Kontrollen an den Außengrenzen reagieren? Sollen neue Wege legaler Migration gefunden werden ohne, dass zunächst ein EU-Staat zur Asylantragstellung über gefährliche Wege erreicht werden muss? Soll überdacht werden, dass insbesondere Grenzländer der EU stark durch den Strom von Arbeitsmigranten, Asylsuchenden und Flüchtlingen aus Osteuropa, dem Mittelmeerraum und Afrika belastet werden, ohne mit diesen Anstürmen alleine umgehen zu können? Gibt es als Lösung gar einen gerechten Verteilungsschlüssel in der Europäischen Union? In einer Europäischen Union aus 28 Mitgliedstaaten und fast 500 Millionen Einwohnern gibt es dazu viele Auffassungen. Welcher gemeinsame Nenner kann hier gefunden werden? Das Planspiel „Vor den Toren Europas“ diskutiert und sucht mit den Teilnehmenden nach einer Lösung. In den Rollen von Akteuren auf Europäischer Ebene reflektieren sie über die Gestaltung ihres zukünftigen Europas. Die Teilnehmenden erhalten einen Einblick in die europäischen Migrations- Flüchtlings-, Asylpolitik und lernen die aktuellen Geschehnisse einzuordnen. Sie reflektieren, wie für sie eine gemeinsame Politik sowie gute Lösung für ihr Europa der Zukunft aussehen könnte.

Zielgruppe: alle Interessierten ab 16 Jahre

Geteilte Ansichten: Die DDR im Blick eines vereinten Deutschlands Ein hessisch-thüringisches Schülerprojekt im 25. Jahr der deutschen Wiedervereinigung

Zeitraum: 14.09.-17.09.2015

Lernziele und Veranstaltungskontext

Seit nunmehr 25 Jahren sind die beiden deutschen Teilstaaten BRD und DDR wiedervereint. Aus den ehemaligen Frontstaaten im Ost-West-Konflikt ist am 03. Oktober 1990 ein souveräner, in Freiheit geeinter und international anerkannter Bundesstaat entstanden. Aber auch seit dieser Zeit beschreiten die Gesellschaften in Ost und West einen gemeinsamen Weg, um ihr Verhältnis zur DDR-Vergangenheit zu finden. Denn mit der Wiedervereinigung 1990 ist das Kapitel der deutschen Teilung nicht abgeschlossen. Obwohl kaum ein Zeitabschnitt der deutschen Geschichte so gut erforscht und öffentlich dokumentiert wurde, wie vier Jahrzehnte DDR, gibt es im Besonderen bei der jüngeren Generation große Wissensdefizite im Themenfeld der deutschen Teilung.[1]

Doch scheint gerade die Bildung über die zeitgeschichtliche Vergangenheit Deutschlands überlebenswichtig für unsere Demokratie: Denn ohne historisches Wissen und Kenntnisse über diktatorische Systeme, lassen sich keine demokratischen Kompetenzen vermitteln. Wir möchten daher mit unserem Seminar einen anderen Weg beschreiten und knüpfen an die partnerschaftlichen Verbindungen zwischen den alten und neuen Bundesländern Hessen und Thüringen an, wie sie seit mehr als 25 Jahren bestehen. In einem einzigartigen Kooperationsprojekt zwischen Schulen aus Hessen und Thüringen werfen wir - aus der Perspektive eines wiedervereinten Deutschlands - einen Blick auf die Geschichte der DDR.

Ziel des Seminars ist, neben einer detaillierten Beschäftigung mit der Entstehungsgeschichte des SED-Regimes, Erkenntnisse über das Alltagsleben der ostdeutschen Bürger im politischen System der DDR zu erarbeiten. Hierbei wird im Besonderen der Frage nachgegangen werden, ob man in der Diktatur glücklich sein konnte und mit welchen Kosten dies verbunden war. Denn während in einer ganzen Reihe von Museen und Gedenkstätten die Beschäftigung mit hohen Funktionären des SED-Staates oder verschiedenen Oppositionsformen im Mittelpunkt steht, findet die mittlere Ebene der Gesellschaft – mithin ca. 80% der DDR-Bürger – meist wenig Berücksichtigung. Im 25. Jahr der deutschen Wiedervereinigung möchten wir daher an dieser Stelle einen differenzierten Blick wagen.

Das Seminar richtet sich primär an junge Schülerinnen und Schüler aus den Bundesländern Hessen und Thüringen. Aber auch interessierte Teilnehmende ab 16 Jahren – mit und ohne politische Vorbildung – sind bei unserem Seminar herzlichst Willkommen. Ein Vorwissen im Bereich deutsch-deutscher Geschichte bzw. DDR-Geschichte ist keine Voraussetzung. Als Methoden des Bildungsseminars kommen Präsentationen, Impulsreferate, Kleingruppen- und Textarbeiten, Reflexions- und Diskussionsrunden sowie Besuche von historischen Gedenk- und Erinnerungsstätten zum Einsatz.

Zielgruppe:               alle Interessierten ab 16 Jahre